06. Juni 2016

Abschlussfeier: 84 junge Baufachleute erfolgreich weiterqualifiziert

Werkpoliere, Poliere und Bauleiter sind in Baufirmen gefragt wie nie


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Geradstetten. Wochenlang mussten sie wieder die Schulbank drücken, nun wurde ihre Mühe belohnt: Am Freitag bekamen 64 frischgebackene Werkpoliere, 14 Geprüfte Poliere und 6 Bauleiter aus ganz Baden-Württemberg im Rahmen einer gemeinsamen Abschlussfeier im Ausbildungszentrum Bau Geradstetten feierlich ihre Zeugnisse und Urkunden überreicht. Beglückwünscht wurden sie dabei vom Präsidenten der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Bernhard Sänger, der in seiner Ansprache betonte, dass die Baubranche dringend qualifizierte Führungskräfte benötigt und die Absolventen mit ihrer jetzt erworbenen Zusatzqualifikation hervorragende berufliche Perspektiven hätten.

Sänger verwies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Aufgaben, die die Bauwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten zu bewältigen habe - sei es im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, im Wohnungsbau oder bei der Energiewende. Derzeit könne die Branche im Südwesten auf eine ausgesprochen gute Baukonjunktur blicken: Volle Auftragsbücher, boomender Wohnungsbau, vernünftige Preise und stabile Beschäftigung sorgen für eine positive Entwicklung. Zudem gäbe es einen enorm hohen Investitionsbedarf, um kaputte Straßen, marode Brücken und vernachlässigte öffentliche Gebäude zu sanieren. Auch im Gleisbau sowie bei den Ver- und Entsorgungsleitungen müsse in den kommenden Jahren viel getan werden. Große Herausforderungen also für die Fachleute am Bau.

Wie dringend qualifiziertes Personal insbesondere für die mittlere Führungsebene in den Bauunternehmen benötigt wird, zeigt auch die Tatsache, dass allein in den nächsten zehn Jahren etwa die Hälfte aller Poliere in den Ruhestand geht. Neben dem Bauleiter, der teilweise mehrere Baustellen gleichzeitig zu leiten hat, ist der Polier der wichtigste Mann auf der Baustelle. Er trägt hohe Ergebnisverantwortung für den reibungslosen Ablauf der immer komplexer werdenden Bauabläufe. Außerdem fungiert er als Schnittstelle zwischen Planung, Organisation und Ausführung. Voraussetzung für die Qualifikation zum Geprüften Polier ist eine bauhandwerkliche Ausbildung in einem der über 20 Bauberufe sowie, nach mehrjähriger Berufspraxis, die Weiterbildung zum Vorarbeiter und Werkpolier.

Verbandspräsident Bernhard Sänger ist überzeugt, dass die Absolventen mit ihrer Zusatzqualifikation eine optimale Grundlage für eine erfolgreiche Karriere in der Bauwirtschaft gelegt hätten. Er dankte in seiner Rede zudem den Bauunternehmen, die es den jungen Baufachleuten ermöglichst hätten, an den Weiterbildungslehrgängen teilzunehmen. Diese Firmen hätten erkannt, wie wichtig die berufliche Bildung ihrer Mitarbeiter für das eigene Unternehmen ist. Im Anschluss an die feierliche Urkundenübergabe gab es ein gemeinsames zünftiges Beisammmensein mit den Familien und den Ausbildungsbetrieben der Teilnehmer bei herzhaften Essen und guten Gesprächen.