23. September 2016

Bauwirtschaft stellt sich den digitalen Herausforderungen der Zukunft

Workshop „Digitalisierung - Building Information Modeling“


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Stuttgart. Die zunehmende Digitalisierung verändert die Wertschöpfungs­prozesse in praktisch allen Lebensbereichen. Dies macht eine kundenorientierte Neugestaltung technologie- und dienstleistungsorientierter Arbeits- bzw. Innovati­onsabläufe erforderlich - auch in der Bauwirtschaft. Bestes Beispiel dafür ist das sogenannte Building Information Modeling, kurz BIM genannt. Dabei werden Daten und Informationen rund um ein dreidimensionales, virtuelles Modell digital erfasst, damit sie für sämtliche Planungsprozesse auf dem Bau nutzbar sind.

Wie aber kann das Bauhandwerk den Übergang zur produktmodellbasierten Arbeitsweise erfolgreich nachvollziehen und welche Chancen ergeben sich hieraus. Um hierzu konkrete Handlungsstrategien zu erarbeiten, hat die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg gestern einen Workshop zum Thema „Digitalisierung - Building Information Modeling“ durchgeführt, an dem ausgewählte Vertreter von Bauunternehmen und Experten teilgenommen haben. Ziel war es, gemeinsam die wesentlichen Herausforderungen und Chancen des Digitalisierungsprozesses in der Baubranche zu analysieren und Lösungsansätze für ein integriertes Unterstützungskonzept zu erarbeiten, auf dessen Basis die Bauunternehmen, die Organisationen des Handwerks und die Mittelstandspolitik des Landes künftig zusammenarbeiten können. Die wichtigsten Leitfragen des Workshops konzentrierten sich dabei auf fünf wesentliche Punkte:

  • Wie kann der handwerksspezifische Umgang mit BIM-Modellen im Baualltag sichergestellt werden.
  • Wie kann der Anpassungsprozess an den von größeren Unternehmen bzw. Planern bereits begonnenen Übergang zu BIM reibungslos vollzogen werden.
  • Welche Anpassung der Arbeits- und Innovationsprozesse ist erforderlich.
  • Wie können durch den Einsatz von BIM die Planungssicherheit und Qualität erhöht werden.
  • Welche spezifische Aus- und Weiterbildung ist in der Baubranche erforderlich und wie kann sie geleistet werden.

Der Workshop ist Bestandteil des landesweiten Projektes „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“. Dieses Projekt dient zur Analyse der Potenziale und der Strategiebildung für das baden-württembergische Handwerk in den kommenden zehn Jahren. Dazu hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg zusammen mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag das Institut für Technik und Betriebsführung (itb) in Karlsruhe und das Volkswirtschaftliche für Mittelstand und Handwerk (ifh) der Universität Göttingen mit der Durchführung einer entsprechenden Perspektivstudie beauftragt.

In seiner Eröffnungsrede anlässlich des Workshops betonte der Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Bernhard Sänger, dass die Digitalisierung der Bauwirtschaft die Möglichkeit bietet, Prozesse künftig kostengünstiger zu gestalten und Fehler beispielsweise durch eine verbesserte Kommunikation und Abstimmung zu vermeiden. Dies seien Ziele, die mit dem Einsatz von Building Information Modeling erreicht werden könnten. BIM ermögliche zudem eine Optimierung von Qualität und Leistung sowie eine Steigerung der Transparenz. Auch sei die visuelle Darstellung eines Bauprojektes für die Zivilgesellschaft ein wichtiger Vorteil.