23. November 2016

Bauwirtschaft im Land zieht positive Zwischenbilanz

Wohnbaugenehmigungen gehen kräftig nach oben


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Stuttgart. Die baden-württembergische Bauwirtschaft zieht nach dem 3. Quartal eine positive Zwischenbilanz für die Entwicklung der Bautätigkeit im Land. Demnach kletterten die Umsätze zwischen Januar und September 2016 auf insgesamt 10,12 Mrd. Euro, ein Plus von 7,7 %. Stärkster Umsatzmotor war der Wohnungsbau mit 3,9 Mrd. Euro (+10,8 %) sowie der Öffentliche Bau mit 2,8 Mrd. Euro (+12,7 %). Unerwartet schwach entwickelte sich der Wirtschaftsbau, der zwar 3,3 Mrd. Euro erwirtschaftete, jedoch lediglich um 0,8 % über dem Vorjahresniveau lag. Immerhin stieg der Auftragseingang in dieser Sparte bis Ende September um etwa ein Viertel, was auf eine verbesserte baukonjunkturelle Entwicklung im Wirtschaftsbau hoffen lässt. Die Auftragseingänge aller Bausparten nahmen im gleichen Zeitraum um 17 % zu, die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 6,7 %.

Sprunghaft nach oben gegangen sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres laut Statistischem Landesamt auch die Genehmigungszahlen für neu zu bauende Wohnungen im Land. Während im Vergleichszeitraum 2015 noch 26.259 Wohnungen genehmigt wurden, kletterte die Zahl 2016 auf 33.543 Wohneinheiten, ein Plus um fast 28 %. Stark gestiegen sind vor allem die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser sowie für Wohnungen in Wohnheimen, die sich von 1.265 auf 5.293 innerhalb eines Jahres sogar vervierfacht haben. Dieter Diener, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft, sieht den Baugenehmigungsboom generell mit gewissem Vorbehalt: „In dieser Statistik spiegeln sich auch Vorzieheffekte wieder, mit denen Bauwillige die neuen EnEV-Vorschriften umgehen wollten, indem sie Ende 2015 noch ihre Anträge eingereicht haben, die dann Monate später bewilligt wurden. Doch genehmigt ist noch lange nicht gebaut.“ Diener schätzt, dass in Baden-Württemberg pro Jahr mindestens 60.000 Wohneinheiten fertiggestellt werden müssten, um den Bedarf, der durch den Flüchtlingszustrom stark zugenommen hat, nachhaltig zu decken.