02. Dezember 2016

50 Jahre Kampf um Erstattungsätze: Baubranche begrüßt Neuregelung nach bayerischem Modell

Land übernimmt volle Übernachtungskosten für auswärtige Schüler


contentmaker/standard/editor.tpl | standard

Stuttgart. Gut fünfzig Jahre lang hat die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg darum gekämpft, dass Lehrlinge, die während ihres Besuchs von Landes- und Regionalfachklassen in auswärtigen Wohnheimen übernachten, die Unterbringungs- und Verpflegungskosten nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen. Jetzt endlich hat sich der Einsatz gelohnt. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes vom Sommer diesen Jahres hat das Land Baden-Württemberg Mitte November beschlossen, rückwirkend zum Schuljahresbeginn 2016/17 die Kosten für Unterkunft und Verpflegung von externen Berufsschülern unter Berücksichtigung eines häuslichen Eigenanteils komplett zu übernehmen. Derzeit beträgt der durchschnittliche Tagessatz für Jugendwohnheime etwa 36,- Euro.

Während das Land Bayern schon vor Jahren diese Kosten für seine Berufsschüler übernommen hat, bekamen die baden-württembergischen Azubis bis vor einem halben Jahr lediglich 6,- Euro pro Tag erstattet. Im Laufe ihrer dreijährigen Bauausbildung mussten die Jugendlichen somit über 6.000,- Euro selbst berappen. Für die betroffenen Familien eine enorme finanzielle Belastung. Etliche Bauausbildungsbetriebe haben deshalb einen Teil der Kosten als freiwillige soziale Leistungen übernommen. Nun also hat auch das Land Baden-Württemberg für eine deutliche Reduzierung dieser Zusatzbelastung gesorgt und damit gleichwertige Bedingungen für die betroffenen Schüler geschaffen. Dieter Diener, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft, erhofft sich von der finanziellen Entlastung letztlich auch eine stärkere Attraktivität der beruflichen Bauausbildung. Derzeit absolvieren in Baden-Württemberg ca. 5.300 Lehrlinge eine gewerbliche Ausbildung in der Bauwirtschaft.