26. April 2017

„Tag gegen den Lärm“ im Ausbildungszentrum Bau Geradstetten

140 Bauazubis üben den geräuscharmen Umgang mit Baugeräten


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Geradstetten. Lärm am Arbeitsplatz erfordert Prävention – und das so früh wie möglich. Deshalb fand heute im Ausbildungszentrum Bau Geradstetten der 20. bundesweite „Tag gegen den Lärm“ statt. An diesem speziellen Aktionstag wurde den rund 140 Baulehrlingen in Geradstetten gezeigt, wie sie sich vor Baumaschinenlärm oder auch gesundheitsschädigenden Geräuschen im privaten Bereich schützen können.

Dazu durften die Azubis unter Anleitung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft spezielle Schallmessungen an diversen Baugeräten durchführen, mit denen sie tagtäglich zu tun haben. Getestet wurde in den Werkhallen unter anderem die Lautstärke von Baukreissägen und Steinsägen, von Bohrhammer, Straßenwalze sowie Straßenfertiger, aber auch von lauten Hammerschlägen auf Metallschalungen. Trotz verbesserter Schalldämmmaßnahmen entwickeln manche Baugeräte nämlich noch immer ordentlich Lärm. Eine Baukreissäge zum Beispiel kann bis zu 100 Dezibel laut sein. Ein vibrierender Rütteltisch mit aufgelegter Stahlschalung bringt es sogar auf gut 120 Dezibel. Die Teilnehmer des Präventionskurses waren selbst überrascht, wie laut Baumaschinen sein können. Deshalb sollten Auszubildende, die mit diesen Geräten arbeiten, stets entsprechenden Gehörschutz tragen – selbst wenn sie nicht unmittelbar an der Maschine stehen.

Außerdem konnten die Lehrlinge an diesem Tag mit Spezialmessgeräten den Schallpegel ihrer leistungsstarken Soundanlagen im eigenen Pkw testen. Die meisten der Azubis waren danach erstaunt, mit welcher Wucht eine laute Musikbeschallung im Auto auf ihr Trommelfell trifft. Dies gilt auch fürs Musikhören über Kopfhörer, das zu dauerhaften Hörschäden führen kann. Bereits heute leidet jeder vierte Jugendliche an einer angehenden Erkrankung des Gehörs durch Lärm. Am Aktionstag vermittelten Fachärzte des Arbeitsmedizinischen Dienstes der Bauberufsgenossenschaft den Auszubildenden in Geradstetten deshalb allerhand Wissenswertes über den Aufbau und die Funktion des Ohres. Dazu gehört auch das Thema Lärmschwerhörigkeit und die Wirkung von Schallexpositionen auf das vegetative Nervensystem. Hörtests mit individueller Beratung ergänzten das Aktionsprogramm für die jungen Baufachleute.

Natürlich wird es auf einer großen Baustelle nie ganz leise zugehen. Aber auch hier heißt das Motto, weniger ist mehr. Von Seiten der Baugerätehersteller und der Bauunternehmen gibt es daher bereits zahlreiche Maßnahmen zur Schallminimierung. Dennoch ist jeder einzelne Baubeschäftigte zusätzlich gefordert, selbst geeignete Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen. Der „Tag gegen den Lärm“ wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Akustik, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft sowie den Bauausbildungszentren in Deutschland durchgeführt.