02. Februar 2018

Regionale Auftaktveranstaltung 2018 in Riegel: Bauwirtschaft Baden-Württemberg fordert bessere Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau

Thomas Möller ist neuer Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manuela Schwörer neue Leiterin der Geschäftsstelle Freiburg


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Freiburg. Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg blickt auf ein gutes Jahr 2017 zurück. Von Januar bis November 2017 hat sich der Umsatz im Baugewerbe bei den größeren Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,8 % erhöht; gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten um 7,1 %. Auch für 2018 sind die Perspektiven positiv: Bis zum Jahresende ist ein Umsatzzuwachs von etwa 4 % zu erwarten.

Trotz der guten Konjunktur bewertet die Bauwirtschaft die Situation im Wohnungsbau als äußerst unbefriedigend. „Angesichts steigender Mieten und knappem Wohnraum in großen Städten und Ballungsräumen müssen die Rahmenbedingungen für den Bau neuer Wohnungen dringend verbessert werden“, forderte Thomas Möller, neuer Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, anlässlich einer Verbandsveranstaltung in Riegel.  Als alarmierend bezeichnete er die Entwicklung der Baugenehmigungszahlen: Von Januar bis November 2017 ist die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen in Baden-Württemberg um 17 % auf 39.965 zurückgegangen. Damit kann auch 2017, so wie in den Vorjahren, der Bedarf von 60.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr bei weitem nicht gedeckt werden. Auch in Südbaden ist der Trend im Wohnungsbau abwärts gerichtet: In den ersten drei Quartalen 2017 gingen die Baugenehmigungen, bezogen auf den Rauminhalt der genehmigten Gebäude, im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 % zurück. Um Investitionsanreize zu setzen, fordert der Verband eine Anpassung der Abschreibung im Mietwohnungsbau an den tatsächlichen Wertverzehr und daher eine Erhöhung von 2 % auf 3 %. Die Bauwirtschaft warnt zudem vor neuen Verschärfungen der Bauvorschriften. Die Weiterentwicklung der Energieeinsparverordnung muss mit Augenmaß erfolgen. Überfällig sind die Ausweisung ausreichender Flächen für den Wohnungsbau sowie der Abbau bürokratischer Hürden bei den Genehmigungsverfahren.

Ein wichtiges Anliegen der Branche ist die Verstetigung der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur. Denn nach wie vor sind zahlreiche Verkehrswege und Brücken in schlechtem Zustand. Ein Brennpunkt stellt der Bereich der Brückenbauwerke dar: In Baden-Württemberg sind rund 40 % aller Brücken an Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig. Im Neu- und Ausbau fordert die Bauwirtschaft Baden-Württemberg die zügige Umsetzung wichtiger Straßenbauprojekte. Dazu gehören in Südbaden der Ausbau der A 5 zwischen Offenburg und Freiburg, die A 98, der Freiburger Stadttunnel und die B 31 West. Im Bereich des Eisenbahnnetzes muss der Ausbau der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel schnellstmöglich vorangetrieben werden.

Im Rahmen der Verbandsveranstaltung nutzten die Mitglieder die Gelegenheit zum Gespräch mit dem neuen Hauptgeschäftsführer Thomas Möller, der dieses Amt am 1. Januar 2018 übernommen hat. Zeitgleich ist er Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg geworden. Er tritt damit die Nachfolge von Dieter Diener an, der zu Jahresbeginn nach 31 Jahren Verbandszugehörigkeit in den Ruhestand ging. Möller war bisher Hauptgeschäftsführer des Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden. In seiner neuen Funktion erwartet ihn ein umfangreiches Aufgabengebiet. Einen ersten wichtigen Schritt stellt die Fusion der Bauwirtschaft Baden-Württemberg und des Verbandes der Bauwirtschaft Nordbaden dar, die im kommenden Sommer, nach Eintragung in das Vereinsregister, rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft treten wird. Nach der Verschmelzung wird der neu aufgestellte Verband rund 1.800 Mitgliedsbetriebe mit etwa 48.000 Beschäftigten vertreten.

Ebenfalls neu besetzt ist die Leitung der Geschäftsstelle Freiburg der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Manuela Schwörer, die seit 2012 für die Abteilung Unternehmensführung, Finanzen und Organisation des Verbandes verantwortlich ist, hat diese Aufgabe am 1. Januar 2018 übernommen. Schwörer ist bereits seit 2001 für den Bauverband in den Bereichen Nachwuchsmarketing und Unternehmensführung tätig gewesen. In ihrer neuen Funktion ist sie verantwortlich für die regionale Interessenvertretung der Baubranche sowie die Betreuung der südbadischen Mitgliedsbetriebe.