20. August 2018

Verbandsumfrage zur Geschäftslage in der Bauwirtschaft

Gute Auslastung im Wohnungsbau sowie im Straßen- und Tiefbau


contentmaker/standard/editor.tpl | standard

Stuttgart. Im Sommer 2018 verzeichnet die baden-württembergische Bauwirtschaft eine weiterhin sehr gute konjunkturelle Situation. Wie eine Mitgliederbefragung des Verbandes im Juli ergab, melden im Ein- und Zweifamilienhausbau, im Straßenbau und im Sonstigen Tiefbau 77 %, 73 % bzw. 72 % der Bauunternehmen eine gute Geschäftslage. Im Mehrfamilienhausbau liegt dieser Anteil bei 68 %, im Gewerblichen Bau bei 57 %. Das konjunkturelle Schlusslicht ist mit 30 % der Öffentliche Hochbau.

Die Nachfrage nach Bauleistungen hat sich über alle Sparten hinweg erhöht – besonders deutlich ist der Aufwärtstrend im Straßenbau, Sonstigen Tiefbau sowie im Wohnungsbau. Gleichzeitig verfügt die deutliche Mehrzahl der Firmen über „große“ oder „ausreichende“ Auftragsbestände. Die Auftragsreichweiten erstrecken sich – je nach Sparte - über einen Zeitraum von 3,5 bis zu 4,5 Monaten.

Die guten Umfrageergebnisse im Ein- und Zweifamilienhausbau sowie im Mehrfamilienhausbau spiegeln die Entwicklung der Wohnungsbaugenehmigungen wider, die im ersten Halbjahr 2018 landesweit um 9 % zugenommen haben. Bei den positiven Zahlen für den Straßen- und Tiefbau macht sich die verstärkte Bautätigkeit der öffentlichen Hände im Bereich der Verkehrsinfrastruktur bemerkbar, mit der das über viele Jahre aufgestaute Investitionsdefizit abgebaut werden soll.

Tendenziell aufwärts gerichtet ist nach Einschätzung der meisten Bauunternehmen die Baupreisentwicklung. Hintergrund dafür sind die erheblichen Kostensteigerungen, mit denen die Firmen unter anderem durch die Ausweitung der LKW-Maut auf Landstraßen, die Tariferhöhung im Baugewerbe, gestiegene Materialpreise, zunehmende Entsorgungskosten für Erdaushub sowie verschärfte gesetzliche Anforderungen konfrontiert sind. Die Betriebe müssen, sofern dies der Markt zulässt, die gestiegenen Kosten weitergeben, um auskömmliche Preise zu erzielen und damit wirtschaftlich am Markt zu agieren.

Infolge der anhaltend hohen Baunachfrage ist die Investitionsneigung der Unternehmen deutlich gewachsen. Dabei werden als Investitionsmotive zunehmend nicht mehr die bloße Ersatzbeschaffung, sondern verstärkt die Rationalisierung oder Kapazitätserweiterung genannt.

Auch der Personalaufbau in der Bauwirtschaft setzt sich fort. Ein Viertel der befragten Unternehmen gibt an, dass sich die Beschäftigtenzahl in den vergangenen Monaten erhöht hat. Nur 9 % der Betriebe sprechen von einer rückläufigen Mitarbeiterzahl. Dennoch klagen 71 % der befragten Unternehmen über Fachkräftemangel. Zunehmend kommt es zur Abwerbung von Arbeitskräften. Obwohl die Zahl der Auszubildenden am Bau im Ausbildungsjahr 2017/2018 in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 % auf knapp 5.900 gestiegen ist, gibt es nach wie vor viele unbesetzte Ausbildungsplätze.

Für die nächsten Monate haben die Firmen überwiegend optimistische Erwartungen: 16 % rechnen mit einer weitere zunehmenden, 81 % mit einer unveränderten und nur 3 % mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung. Auch hinsichtlich der Auftragssituation gehen die meisten Betriebe von einer Fortdauer der positiven Lage oder gar von einer weiteren Verbesserung aus.