01. Oktober 2018

Maurer aus Baden-Württemberg holt Gold bei der EuroSkills 2018

Fliesenleger aus dem Südwesten gewinnt Bronzemedaille


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Budapest. Christoph Rapp (21) aus Schemmerhofen (Baden-Württemberg) ist Europas Maurer Nummer eins. Er holte bei der EuroSkills, die vom 25.-29. September 2018 in der ungarischen Hauptstadt Budapest stattgefunden hat, die Goldmedaille. Bei der Europameisterschaft der Bauberufe sind über 500 Teilnehmer aus insgesamt 28 Nationen gegeneinander angetreten. Die Wettbewerbsaufgabe der Maurer während des dreitägigen Wettkampfs mit insgesamt 14 Teilnehmern bestand aus zwei Modulen. Dabei musste Rapp in 18 Zeitstunden eine Darstellung des Millennium- und Heldendenkmals in Budapest, umgeben von der Kolonnade, mauern. Sein zweites Modul stellte einen Teil der Kettenbrücke dar, Budapests bekannteste Donau-Brücke.

Christoph Rapp war außer sich vor Freude nach seinem Sieg bei den Europameisterschaften der Bauberufe: „Das ist absolut großartig; damit habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich riesig!“ Als deutscher Experte saß Maurer- und Betonbauermeister Jannes Wulfes in der internationalen Jury in Budapest, selbst ehemaliger Teilnehmer an der EuroSkills 2016 sowie der WorldSkills 2017, bei der er einen hervorragenden 5. Platz erreichte. Der diesjährige Goldmedaillengewinner Christoph Rapp war damals bereits als Ersatzkandidat bei der WorldSkills in Abu Dhabi mit dabei und wurde in diesem Jahr von Wulfes auf den Wettbewerb in Ungarn vorbereitet.

Der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller, aus dessen Verbandsgebiet die beiden Gewinner aus dem Südwesten stammen, betonte vor allem die hohe Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland: „Unsere jungen Nachwuchshandwerker haben einmal mehr bewiesen, wie stark das deutsche Baugewerbe mit seinen hochqualifizierten Fachkräften aufgestellt ist. Wir bieten jungen Menschen außerdem hervorragende Perspektiven für eine lange Karriere in der Bauwirtschaft. Damit sind wir für die anstehenden Zukunftsaufgaben im Wohnungsbau, in der Infrastruktur, im Umweltsektor und in der Gebäudesanierung optimal gerüstet.“ Angesichts der sich ständig verändernden Bauverfahren und Bautechniken sowie der zunehmenden Digitalisierung in der Branche sei dennoch lebenslange Weiterbildung notwendig, so Möller.

Thomas Sander, Vorsitzender des Fachverbands Hoch- und Massivbau im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der die vorangegangenen deutschen Berufswettbewerbe ausgerichtet hat, zeigte sich ebenfalls hocherfreut über den Spitzenplatz des Maurers aus Baden-Württemberg: „Die EuroSkills in Budapest waren auch für mich eine neue Erfahrung. Ich bin begeistert von dem hohen Niveau der Wettbewerbe und davon, mit welch großer Konzentration unser Goldmedaillengewinner Christoph Rapp gearbeitet hat. Es ist die erste Medaille eines deutschen Maurers bei internationalen Berufswettbewerben seit 2005.“

Topleistungen bei der EuroSkills 2018 in Budapest zeigte außerdem Fliesenleger Cedrik Knöpfle (21) aus Löffingen (Baden-Württemberg). Er belegte einen hervorragenden dritten Platz und holte in seiner Sparte die Bronzemedaille. Die Fliesenleger mussten während des dreitägigen Wettbewerbs mit insgesamt 12 Teilnehmern in 18 Zeitstunden zwei Wände und einen Boden fliesen. Auf der ersten Wand war die St.-Stephans-Basilika aus Budapest abzubilden, auf der zweiten die Kettenbrücke über die Donau. An eine der beiden Wände sollte ein Stück Boden mit Estrich aufgebaut und anschließend mit der Jahreszahl „2018“ gefliest werden. Es waren zahlreiche anspruchsvolle Schnitte zu realisieren, insbesondere viele runde Schnitte. Wie bei allen Wettbewerben zählte auch hier vor allem Präzision und Maßgenauigkeit.

Cedrik Knöpfle zeigte gemischte Gefühle am Ende seines Wettbewerbs: „Eigentlich bin ich angetreten, um Europameister zu werden. Nun wurde es der dritte Platz, das ist ein wenig enttäuschend. Dennoch war der Wettbewerb eine tolle Erfahrung für mich und ich bin froh, dabei gewesen zu sein.“ Fliesenlegermeister Roland Filkorn, Ausbildungsmeister im Ausbildungszentrum Geislingen der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, war als deutscher Experte in Budapest mit dabei und Mitglied der internationalen Jury. Filkorn hatte Cedrik Knöpfle in den Monaten zuvor im Ausbildungszentrum in Geislingen intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet.

Karl-Hans Körner, Vorsitzender des Fachverbands Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, war ebenfalls hocherfreut über das Abschneiden des jungen Fliesenlegers: „Unser Teilnehmer zeigt, dass man mit einer fundierten Ausbildung im Fliesenlegerhandwerk weit kommen kann. Um diese Qualität unseres Handwerks dauerhaft zu erhalten, brauchen wir wieder die Meisterpflicht als Zugangsvoraussetzung für unseren Beruf.“ Cedrik Knöpfle besucht derzeit die Meisterschule.

Nationalteam des Deutschen Baugewerbes

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes besteht aus den besten deutschen Nachwuchshandwerkern im Baugewerbe und wird vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, dem größten und ältesten Bauverband in Deutschland, getragen. Neben dem Fliesenleger gehören Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer und Stuckateure dazu. Mit der Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben werden die besten Nachwuchskräfte gefördert. Die Mitglieder des Nationalteams sind zugleich herausragende Botschafter für eine der größten und wichtigsten Branchen in Deutschland.

EuroSkills 2018

Die Berufseuropameisterschaft „EuroSkills 2018“ fand vom 25. bis 29. September in Budapest/Ungarn statt. 525 Teilnehmer aus 28 europäischen Ländern und Regionen zeigten in 37 offiziellen Wettbewerben ihr Können. Das Team von WorldSkills Germany und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks ging mit 23 jungen Fachkräften in 17 Einzel- und 3 Teamwettbewerben an den Start. Dazu gehörten auch die Mitglieder des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes mit einem Fliesenleger, einem Maurer, einem Stuckateur und zwei Beton- und Stahlbetonbauern.