06. November 2018

Massivbau ist ebenso ökologisch wie Holzbau

Bauwirtschaft kritisiert unbegründete politische Privilegierung des Baustoffes Holz


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Stuttgart. „Massivbau ist preisgünstig und ebenso ökologisch wie Holzbau“, betont Markus Böll, Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Trotzdem steht laut Bericht der Stuttgarter Zeitung aktuell zur Diskussion, den Baustoff Holz verpflichtend für alle Landesgebäude vorzugeben. „Wir erleben derzeit eine unglaubliche Infiltrierung der Politik durch die Holz-Lobby. Partei übergreifend ist von der förderungswürdigen Nachhaltigkeit der Holzbauweise die Rede. Mauerwerk ist äußerst energieeffizient, wenn man sich nicht von schnellen Zahlen blenden lässt, sondern die lange Lebensdauer eines Massivbaugebäudes zu Grunde legt“, kritisiert der Verbandspräsident.

„Echte Nachhaltigkeit bedeutet für mich Massivbau!“, so Böll. Holz klinge zwar ökologisch. Aber der Weg eines Baumstammes zu seinem Einsatzort sei weit. In Deutschland sind laut dem Verbandspräsidenten zur Deckung des Bauholzbedarfes bereits jetzt Nadelrohholzimporte von Nöten. Steigende Holzimporte gingen dabei einher mit zunehmenden Transportentfernungen sowie entsprechenden Emissionen. Böll weist darauf hin, dass Steine ein natürliches Baumaterial mineralischen Ursprungs sind. „Der Mauerwerksbau hat über Jahrhunderte bewiesen, dass er der Baustoff Nummer eins ist. Zu den klaren Vorteilen zählen nicht nur die Kosteneffizienz sondern auch die hervorragende Wärmespeicherkapazität und der Schallschutz des Materials.“

Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg fordert die Politik dazu auf, die Vorzüge und Nachteile einzelner Baustoffe neutral zu bewerten und von der derzeitigen,  faktisch unbegründeten Privilegierung des Holzbaus Abstand zu nehmen.