22. Mai 2019

Deutlicher Rückgang bei den Wohnbaugenehmigungen

Bauwirtschaft ist alarmiert und fordert mehr Baulandausweisungen


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Stuttgart. Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg ist alarmiert von dem starken Rückgang der Wohnbaugenehmigungen im 1. Quartal 2019. Während zwischen Januar und März 2018 noch 11.692 Baugenehmigungen für neue Wohnungen erteilt wurden, waren es 2019 über 2.300 Freigaben weniger. Mit nur noch 9.314 genehmigten Einheiten ergibt das ein Minus von 20 %. Wie das Statistische Landesamt meldet, zeigen vor allem in den größeren Städten des Landes die Baugenehmigungszahlen im Mehrfamilienhausbau deutlich nach unten. Besonders drastisch waren die Rückgänge für diesen Sektor im Monat März um fast 50 %.

Zwar muss man die Zahlen im Kontext mit den vergleichsweise kräftigen Zuwächsen im Vergleichszeitraum des Vorjahres sehen. Alarmierend ist diese Entwicklung dennoch, denn sie weist eine bedenkliche Tendenz in die falsche Richtung für die kommenden Monate auf. Zudem liegen die aktuellen Baufertigstellungen 2018 für Baden-Württemberg mit 38.433 Wohneinheiten bzw. + 1 % nur minimal über dem Vorjahresniveau. Eigentlich wären 60.000 neue Wohnungen pro Jahr notwendig, um den tatsächlichen Bedarf im Land zu decken. Eine Wende in der Wohnungsbaupolitik sieht laut Landesvereinigung Bauwirtschaft anders aus.

Hauptursache für die angespannte Wohnraumsituation sei vor allem die teils künstlich verursachte Baulandknappheit. Um hier voranzukommen, müsste neben einer gezielten Nachverdichtung von Innenstadträumen in erster Linie mehr Bauland ausgewiesen und die oft langwierigen Baugenehmigungs-verfahren deutlich beschleunigt werden. Leider würden zahlreiche Vorschriften dem entgegenstehen, die dringend auf den Prüfstand gehörten.