05. Juli 2019

Betonbauer Niklas Berroth aus Sulzbach-Laufen startet bei den WorldSkills 2019

Die Wettbewerbsvorbereitungen laufen auf Hochtouren


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Stuttgart. Der Betonbauer Niklas Berroth aus Sulzbach-Laufen vertritt zusammen mit Julian Kiesl aus dem bayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg sein Handwerk bei der Weltmeisterschaft der Berufe, den WorldSkills. Der Wettbewerb findet vom 22. bis 27. August 2019 im russischen Kazan statt. Die beiden Teilnehmer haben Mitte Juni im Ausbildungs- und Fortbildungszentrum der Bau-Innung Nordschwaben zusammen mit Trainer Josef Leberle das offiziell bekannt gegebene Testprojekt trainiert.

Anspruchsvolle Wettbewerbsaufgabe

Hauptbestandteil der Wettbewerbsaufgabe ist das Schalen von zwei Wänden, wovon die eine mit Winkelabschrägung plus schräger Ausbuchtung zu bauen ist und die andere einen viereckigen Erkervorbau mit einer Aussparung in Zwiebelkuppelform besitzt. „Die Wände erhalten eine komplette Deckenabschalung, damit diese zusammen mit der Decke sowie zwei deckengleichen Unterzügen in einem Guss betoniert werden können“, erklärt Josef Leberle, Ausbildungsleiter des Ausbildungszentrums in Nördlingen. Des Weiteren ist umlaufend ein Betoniergerüst zu erstellen. Nach dem Trocknungsprozess steht das Ausschalen an. „Dieser Vorgang der Enthüllung erfolgt unter großer Anspannung, denn er gibt das Ergebnis für alle sichtbar und messbar frei“, weiß Leberle aus Erfahrung. „Sichtbeton in höchster Qualität, millimetergenau nach den Plänen gearbeitet, das ist unser Ziel“, erklärt der Maurer- und Betonbaumeister.

Insgesamt treten 11 Teams bei den Betonbauern in Kazan an. „Zu den stärksten Mitbewerbern um die begehrten Medaillen zählen sicherlich Österreich, Frankreich und Brasilien“, verrät Trainer Leberle. Für den Wettbewerb werden an dem bekannten Testprojekt bis zu 30 Prozent an Änderungen, vor allem bei den Abmaßungen, vorgenommen. Da heißt es dann den Plan ganz genau lesen und sich auf keinen Fall auf Bekanntes verlassen.

Hochmotiviertes Team

Der Nachwuchs-Betonbauer Niklas Berroth ist seit seiner Kindheit mit der Praxis am Bau bestens vertraut. Als kleiner Junge begleitete er Großvater und Vater auf den Baustellen des Familienunternehmens Berroth-Bau GmbH in Sulzbach-Laufen. „Für mich ist Sichtbeton einfach der Baustoff schlechthin. Er sieht klasse aus und es ist nach wie vor eine Herausforderung, schönen Beton zu bauen“, erklärt Berroth, der nach seiner Ausbildung im Ost-Alb-Kreis nun im Familienunternehmen mitarbeitet. „Wir erstellen Bauwerke für die Ewigkeit, das fasziniert mich am allermeisten an meinem Beruf“, so Berroth, der sehr gespannt ist auf die Qualität der Materialien in Russland. Im Jahr 2017 war Berroth Deutscher Meister und seit März 2019 ist er Mitglied der Nationalmannschaft.

Auch Julian Kiesl, dem Deutschen Meister aus dem Jahr 2018, wurde das Handwerk in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in einem Schreinerhaushalt entschied er sich letztlich für eine Ausbildung als Betonbauer. Ausgebildet wurde er bei der Fahrner Bauunternehmung GmbH in Mallersdorf-Pfaffenberg.

Als Ersatzteilnehmer reist Jonas Hopf aus Laasen in Thüringen mit nach Kazan. Er wurde bei den Deutschen Meisterschaften 2017 Zweiter. Derzeit besucht er die Meisterschule und arbeitet bei der Wächter GmbH in Lichte. Die Entscheidung, wer nach Kazan fliegt, fiel im Mai 2019 bei einem internen Ausscheidungswettbewerb.

Das Nationalteam als Aushängeschild des deutschen Baugewerbes

Die Beton- und Stahlbetonbauer bilden in Kazan gemeinsam mit einem Zimmerer, einem Maurer, einem Stuckateur und einem Fliesenleger das Nationalteam Deutsches Baugewerbe. Dieses wird gefördert vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Die deutsche Bauwirtschaft hat eine hervorragende Berufsbildung. Wir bilden die Fachkräfte von morgen aus – und das kann sich im internationalen Vergleich sehen lassen. Die Bauhandwerker in unserem Nationalteam sind die Besten der Besten und zeigen, dass eine Ausbildung am Bau ein exzellenter Grundstein für die eigene Karriere ist“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

WorldSkills 2019: Daten und Fakten

Austragungsort der 45. WorldSkills ist das Ausstellungszentrum „Kazan Expo International Exhibition Centre“. Dort finden vom 22. bis 27. August die Wettbewerbe statt. Über 1.600 junge Fachkräfte aus mehr als 60 Ländern treten in insgesamt 56 nicht-akademischen Berufswettbewerben (Skills) an, die von rund 1.300 Experten bewertet werden. Das Team von WorldSkills Germany nimmt an diesen Wettbewerben mit 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmern teil, die in 33 offiziellen Disziplinen sowie in zwei Future Skills starten.