19. November 2019

Baubranche auch nach 3. Quartal weiterhin auf Wachstumskurs

Verband alarmiert wegen deutlich rückläufiger Straßenbauaufträge


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Stuttgart. Die Baubranche in Baden-Württemberg ist mit ordentlichem Schwung in die Herbstsaison gestartet. Umsätze und Auftragsbestände liegen nach wie vor auf hohem Niveau. Wie die Landesvereinigung Bauwirtschaft mitteilt, haben die Bauunternehmen im Land in den ersten drei Quartalen 2019 verglichen zum Vorjahr 12,5 % mehr Umsatz erwirtschaftet. Das Umsatzvolumen betrug insgesamt 9,8 Mrd. Euro. Zweistellige Zuwächse gab es mit 15,7 % insbesondere im Wirtschaftsbau und mit 13,1 % im öffentlichen Bau. Dagegen blieb der Wohnungsbau mit einem Plus von 5,9 % im einstelligen Bereich. Dennoch kommen auch aus dieser Sparte positive Signale. So gab es allein im Monat September mit 3.797 neu genehmigten Wohnungen eine deutliche Zunahme der Baugenehmigungszahlen, und zwar um satte 30 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Betrachtet man den kompletten Jahresverlauf zwischen Januar und September 2019 addieren sich die Genehmigungszahlen auf 30.740 Neubauwohnungen in Baden-Württemberg. Dies entspricht zwar einem Gesamtrückgang um 4 %, der starke Rückwärtstrend in der ersten Jahreshälfte hat sich zwischenzeitlich aber deutlich abgeschwächt.

Echte Sorgen bereitet dem Geschäftsführer der Landesvereinigung, Thomas Möller, dagegen die Auftragsentwicklung im Straßenbau. Zwar stieg der Auftragseingang aller Bausparten nach den ersten drei Quartalen um 17,9 %. Im Straßenbau gingen die Aufträge - trotz ausreichender Investitionsmittel - jedoch spürbar zurück. Bereits im August rutschten die Auftragszahlen hier leicht ins Minus, im September betrug der Rückgang dann bereits -16,5 %. „Wir vermuten zum einen, dass die Straßenbauverwaltungen durch ihre unzureichende Personalausstattung schlichtweg mit ihren Planungskapazitäten nicht hinterher kommen. Zum anderem befindet sich die Autobahngesellschaft des Bundes noch immer in der Aufbauphase. Durch den damit einhergehenden Personalwechsel gibt es momentan eine starke Zurückhaltung bei der Auftragsvergabe. Wir hoffen, dass es nicht zu einer weiteren unnötigen Verzögerung kommt. Immerhin haben unsere Straßenbauunternehmen in den letzten Jahren in Erwartung zusätzlicher öffentlicher Aufträge große Anstrengungen unternommen, um ihr Personal aufzustocken.“ Möller verweist darauf, dass bereits einige Betriebe aufgrund ausbleibender Straßenbauaufträge Kurzarbeit angekündigt hätten.