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Pressemeldungen

Bauwirtschaft fordert ebenfalls baldmögliche Öffnung ihrer Bildungszentren

Baulehrlinge bangen angesichts der Corona-Krise um ihre Prüfungsabschlüsse

Stuttgart. Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg hofft, dass im Zuge der angekündigten schrittweisen Schulöffnungen auch ihre überbetrieblichen Bildungszentren den Unterricht für die mehr als 5.500 Baulehrlinge schnellstmöglich wieder aufnehmen können. „Die Corona-Krise und ihre Folgen hat auch unsere Zentren und die Auszubildenden hart getroffen. Viele standen mitten in den Prüfungsvorbereitungen und wissen im Moment nicht, wie es für sie weiter geht“, erklärt Thomas Möller, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Deren Bildungseinrichtungen unterliegen nicht automatisch den Regelungen von Schulen oder Berufsschulen.
 

In den zwölf überbetrieblichen Bildungszentren der Bauwirtschaft, die über ganz Baden-Württemberg verteilt sind, werden die Bau-Azubis in mehr als 20 Bauberufen ausgebildet. Doch momentan ruht der reguläre Schulungsbetrieb. Die verbandseigenen Bau-Bildungszentren sind eine branchenspezifische Besonderheit. Hier erlernen die Jugendlichen neben ihrer praktischen Ausbildung im Betrieb und dem Besuch in der Berufsschule zusätzliche, auch Gewerke übergreifende Fertigkeiten, die ihnen ihr Ausbildungsunternehmen zum Beispiel aufgrund seiner Größe oder seiner Spezialisierung nicht vermittelt kann. Dazu gibt es in den Bildungszentren verschiedenste Werkhallen, Übungsgelände und zahlreiche hochmoderne Baumaschinen, deren korrekter Umgang während der überbetrieblichen Ausbildung mittels Simulatoren, aber auch aufechten Geräten intensiv trainiert wird. “Für unsere Bauunternehmen ist diese spezielle Zusatzausbildung essenziell, denn die Technisierung auf dem Bau nimmt immer mehr zu und unterliegt einem permanenten Wandel“, betont Thomas Möller. So könnten die Firmen ihre Nachwuchskräfte sofort nach deren Gesellenprüfung gezielt auf den Baustellen einsetzen und hätten die Gewähr, dass die jungen Facharbeiter stets auf dem aktuellen Stand der Technik sind und mit dem notwendigen umwelttechnischen sowie digitalen Knowhow ausgebildet wurden.
 

„Auf diese Weise verhelfen wir den jungen Menschen nicht nur zu einer fundierten und qualifizierten Berufsausbildung, sondern erfüllen zugleich eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion. Denn schließlich gelten auch die Bauberufe in Zeiten der Corona-Pandemie als systemrelevant.“ Möller verweist darauf, dass derzeit auf nahezu allen Baustellen im Land nach wie vor gearbeitet werde, selbstverständlich unter Einhaltung sämtlicher notwendiger Hygienemaßnahmen. Die Aufrechterhaltung der Baustellentätigkeit müsse aber auch in den kommenden Wochen und Monaten sichergestellt werden. Dies betonen ebenfalls das Wirtschafts- und das Verkehrsministerium. Zugleich bekräftigen sie ihre Unterstützung bei der Fortführung der Bautätigkeit sowie der entsprechenden Auftragsvergabe seitens der öffentlichen Hand, um zumindest in der Baubranche einen gewissen konjunkturellen Stabilitätsfaktor mitten in der Krise zu erhalten.
 

Dafür brauche es laut Möller angesichts des großen Personalmangels in der Bauwirtschaft jedoch vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Diese könnten nicht nur aus dem Ausland kommen, sondern müssten selbst ausgebildet werden. Die Ausbildungsbemühungen für eigene Nachwuchskräfte hätten somit absolute Priorität und müssten in Zukunft sogar noch verstärkt werden. Er appelliert daher nochmals an die Politik, alles zu tun, damit die überbetrieblichen Bildungszentren der Bauwirtschaft baldmöglichst ihren Schulbetrieb wieder aufnehmen können. Momentan wurden die theoretischen Prüfungen für die Bauauszubildenden in Baden-Württemberg auf Ende Juni verschoben, die praktischen Prüfungen sind für Juli oder August geplant. Ob es bei diesem Zeitplan bleibt, hängt auch von einer raschen Öffnung der Bildungseinrichtungen ab.

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Baldige Öffnung der Bildungszentren