Hochbautagung der Bauwirtschaft BW: Wege zum kostengünstigen Bauen
Bessere Planung und optimierte Bauprozesse durch Building Information Modeling
Wie kann Bauen günstiger und nachhaltiger werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Hochbautagung der Bauwirtschaft Baden-Württemberg am 2. Juli im Bildungszentrum Bau Geradstetten. „Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist groß. Daher ist das Thema Baukostensenkung hochaktuell“, erklärte Hauptgeschäftsführer Thomas Möller.
Ein wichtiger Hebel liege darin, Planung und Ausführung enger zu verzahnen, betonte Horst Köhler, Leiter der Fachgruppe Hochbau: „Durch die Bildung von Bauteams oder eine integrierte Projektabwicklung (IPA) werden Bauunternehmen frühzeitig eingebunden. Sie bringen ihr Praxiswissen ein, und Architekten, Fachplaner und Bauunternehmen entwickeln gemeinsam optimierte Lösungen. Das schafft Kostentransparenz und vermeidet Nachträge sowie Planungsfehler.“ Ähnliche Vorteile könnten entstehen, wenn Baufirmen als Generalunternehmer auftreten.
Auch die Politik suche Wege, Baukosten zu senken, berichtete Geschäftsführer Steffen Reuter. Die Bundesregierung habe ein durchaus umstrittenes Gebäudetyp-E-Gesetz angekündigt. Zudem plane die Landesregierung einen BW-Standard mit reduzierten Bau-Anforderungen.
Mit der Frage, welche Bauweisen klimaschonenden und zugleich bezahlbaren Wohnungsbau ermöglichen, beschäftigte sich Janis Reger von der Werkgemeinschaft HHK Plan. Grundlage war eine Klima- und Kostenvergleichsstudie, bei der Varianten eines Mustergebäudes für den neuen Freiburger Stadtteil Dietenbach in Massiv-, Holz- und Hybridbauweise untersucht wurden. Das Ergebnis: Keine der untersuchten Bauweisen liefert die einzig richtige Lösung. Regers Fazit lautete daher: Nachhaltiges und bezahlbares Bauen braucht Technologieoffenheit.
Wie digitale Planung Fehler reduziert und den Bauprozess optimiert, erläuterten Martin Schweitzer und Roman Storkenmaier von der Baufirma Gottlob Rommel. Beim Neubau des Bildungszentrums setzt das Unternehmen auf Building Information Modeling (BIM) und ein digitales 3-D-Bauwerksmodell. Planungs- und Baudaten stehen darin allen Beteiligten zur Verfügung. Das verbessert Kommunikation, Effizienz und Transparenz. Kollisionsprüfungen helfen, Planungsfehler früh zu beheben. Insbesondere unterstützt das Modell aber die Bauleitung und auch die Poliere bei der genauen Ablaufplanung und Kostenkontrolle auf der Baustelle.
Das Zusammenwirken von digitaler Planung und Baustellenpraxis erlebten die Tagungsteilnehmer bei einer Baustellenführung im Bildungszentrum. „Der Neubau zeigt exemplarisch die Vorteile und das Potenzial von BIM. Hier wird die Zukunft des Bauens erlebbar“, sagte Zentrumsleiter Dewi Evans.

Hochbautagung der Bauwirtschaft BW: Wege zum kostengünstigen Bauen
Bessere Planung und optimierte Bauprozesse durch Building Information Modeling
