Hohe Spritpreise: Bauwirtschaft kritisiert Entlastungsprämie
Unternehmen werden moralisch unter Druck gesetzt
Stuttgart. Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg reagiert mit Unverständnis auf die vom Koalitionsausschuss beschlossene steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro für Arbeitnehmer. „Die Prämie ist zwar freiwillig, setzt Unternehmen aber durch die Erwartungshaltung der Beschäftigten massiv unter moralischen Druck. Eine solche zusätzliche Kostenbelastung ist in der momentanen Lage Gift insbesondere für kleine und mittlere Betriebe in der Bauwirtschaft. Die Bauunternehmen haben schließlich selbst mit den enormen Preissteigerungen bei Energie und Baumaterialien zu kämpfen, die durch den Irankrieg verursacht werden“, erklärt Hauptgeschäftsführer Thomas Möller.
Möller verweist in diesem Zusammenhang auf die massiven Kostenerhöhungen bei mineralölbasierten Baumaterialien wie Bitumen oder Asphalt. Diese bringen Unternehmen bei länger laufenden Bauprojekten in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, da sie die höheren Kosten vielfach nicht an die Auftraggeber weitergeben können. Der dramatische Anstieg der Dieselpreise belastet die Firmen zudem erheblich, da 41 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfallen. Bei anhaltend hohen Energiepreisen könnten sich darüber hinaus auf längere Sicht auch energieintensive Baumaterialien wie Zement oder Stahl spürbar verteuern.
„Die Entlastungsprämie für Arbeitnehmer mag zwar gut gemeint sein, aus Sicht der Baubetriebe geht sie jedoch in die völlig falsche Richtung. Sie belastet die Firmen, die durch hohe Kosten und eine überbordende Bürokratie ohnehin stark gebeutelt sind, zusätzlich“, moniert Möller. Anstatt Hilfen nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, täte die Bundesregierung besser daran, besonders betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie etwa Pendler, gezielt zu entlasten.

Hohe Spritpreise: Bauwirtschaft kritisiert Entlastungsprämie scharf
Unternehmen werden moralisch unter Druck gesetzt
