Kleiner Anteil, großes Potenzial: Frauen in der Bauwirtschaft
Zum Weltfrauentag am 8. März 2026
Branchenvergleich – hier steht der Frauenanteil auf dem Bau an letzter Stelle. In der baden-württembergischen Bauwirtschaft verzeichneten weibliche Auszubildende im vergangenen Jahr jedoch einen großen Zuwachs. Dass die Bauwirtschaft für junge Frauen attraktiv sein kann, beweist Janne Sindlinger (Hans-Peter Sindlinger Erdbau). Sie absolviert ihre überbetriebliche Ausbildung als Straßenbauerin im Bildungszentrum Bau Geislingen. Ein Anreiz.
Frauenquote ausbaufähig
Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stellen die Bauwirtschaft vor Herausforderungen. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Geschlecht nur eine untergeordnete Rolle spielt“, betont Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Aktuell beträgt der bundesweite Frauenanteil im Baugewerbe lediglich 14 Prozent und stagniert seit gut 20 Jahren auf diesem Niveau. Doch junge Frauen haben durch eine Ausbildung in der Bauwirtschaft hervorragende Karriere-chancen. Die Zahl der weiblichen Bau-Auszubildenden in Baden-Württemberg stieg zuletzt um 11,6 Prozent. Mit dabei ist auch die 16-jährige Janne in ihrem ersten Ausbildungslehrjahr.
Ausbildung als Sprungbrett
„Mir macht die Arbeit einfach Spaß, besonders das Pflastern“, so die Auszubildende, die schon früh Berührungspunkte mit der Branche hatte. Als junge Frau auf dem Bau bleibt sie jedoch eher die Ausnahme. „Da sollte es keine Kategorisierung geben, auch wenn veraltete Denkweisen noch weit verbreitet sind. Frauen gehören hier dazu“, ist Janne überzeugt. Besonders von den Vorurteilen und den Kommentaren Dritter, mit denen weibliche Azubis umgehen müssten, solle man sich nicht unterkriegen lassen. Neben der Überzahl der Männer, schrecke die körperliche und dreckige Arbeit viele Mädchen ab. „Unabhängig von der späteren Berufswahl, sollte man einfach mal ein Praktikum in einem handwerklichen Beruf absolvieren. Das hilft enorm, kann den eigenen Horizont erweitern und bei der Berufswahl helfen“, empfiehlt Janne. Nach der Ausbildung stehen Techniker und Meister auf ihrer Agenda. Später einmal möchte sie gemeinsam mit ihren Geschwistern den elterlichen Betrieb übernehmen.
Mehr Frauen für mehr Erfolg
Die Branche verändert sich und geht mit der Zeit. „Vielfalt in der Bauwirtschaft ist willkommen und gefragt“, so Möller. Dadurch ließen sich nicht nur Problemlösekompetenz und Teamarbeit verbessern. „Wir brauchen eine moderne Branche, in der Chancengleichheit und eine gesunde Arbeitskultur nicht von alten, überholten Rollenbildern bestimmt werden.“

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