Spatenstich im Bildungszentrum Bau Geradstetten
Neubauprojekt sichert zukunftsorientierte Ausbildung am Bau
Remshalden-Geradstetten. Mit dem symbolischen Spatenstich haben Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, und Markus Böll, Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, am 2. März 2026 den Startschuss für den Neubau des Bildungszentrums Bau Geradstetten gegeben. „Mit der Realisierung des neuen Campus kann die hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung am Standort Geradstetten langfristig gesichert und die Attraktivität und damit die Anzahl der angebotenen Lehrgänge gesteigert werden. Mit der Förderung des Neubaus tragen wir somit zur Fachkräftesicherung bei“, erklärte die Landesministerin.
Diese Förderung erfolgt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bundesbildungsministerin Karin Prien sagte anlässlich des Festaktes: „Dieser Neubau markiert einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der beruflichen Bildung am Standort Geradstetten. Gemeinsam setzen wir ein klares Signal: Duales Lernen und Fachkräftesicherung haben für uns höchste Priorität – gerade in der Bauwirtschaft, die auf neue wirtschaftliche und konjunkturelle Impulse angewiesen ist. Deshalb investieren wir gezielt in Qualität. Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sichern die Ausbildungsfähigkeit unserer Betriebe, stärken die Fachkräftesicherung und geben der Bauwirtschaft wichtige Zukunftsperspektiven. Mit diesem Projekt bündeln wir Aus- und Weiterbildung unter einem Dach und setzen neue Maßstäbe für die berufliche Bildung.“
Markus Böll bezeichnete das Bauprojekt als starkes Signal für eine moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Qualifizierung in der Bauwirtschaft. „Angesichts der enormen Bauaufgaben der kommenden Jahre hat unsere Branche auch künftig einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften.“
Ziel des Bauprojekts ist es auch, die Kapazität der Bildungsstätte bedarfsgerecht zu erweitern. Geplant sind 13 Ausbildungshallen, mehrere Außenflächen für die Baugeräteführer- und Straßenbauerausbildung sowie ein Seminar- und Verwaltungsgebäude mit modernen Unterrichtsräumen. Hinzu kommt ein Gästehaus mit 200 Betten. Die gesamte Gebäudenutzfläche umfasst 10.600 Quadratmeter.
Im Sinne des nachhaltigen Bauens kommt beim Neubau unter anderem Recycling-Beton zum Einsatz. Die Gebäudedächer werden zur Solarenergiegewinnung und zur Regenwasserrückhaltung genutzt. Mittels der Photovoltaikanlage ist der Gebäudekomplex nahezu energieautark. Zur Verbesserung der Klimaresilienz werden in die grünen Freibereiche Biotop- und Retentionsflächen integriert.
Eine besondere Herausforderung ist die Umsetzung des Bauvorhabens während des laufenden Ausbildungsbetriebs. „Dies bedeutet eine logistische Herausforderung, aber auch ein spannendes Unterfangen, das die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unserer Branche widerspiegelt“, betonte Markus Böll.
Der Neubau entsteht in fünf Bauphasen nach dem Entwurf des Architekturbüros Schenker Salvi Weber und des Landschaftsarchitekturbüros KRAFT.RAUM, die aus dem vorgeschalteten Architekturwettbewerb als Sieger hervorgegangen waren. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 84 Millionen Euro. Davon werden 45 Prozent durch Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, begleitet durch das Bundesinstitut für Berufsbildung, aufgebracht. Weitere 25 Prozent kommen vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Den verbleibenden Anteil trägt die Bauwirtschaft Baden-Württemberg als Bauherrin. Die Fertigstellung ist bis 2030 vorgesehen.
Bildungszentrum Bau Geradstetten
Die Bildungsstätte zählt als Kompetenzzentrum für Verkehrswegebau und Baugerätetechnik zu den großen Bildungseinrichtungen der Bauwirtschaft im Land. In der Baugeräteführerausbildung weist sie bundesweit die höchste Zahl an Auszubildenden auf. Insgesamt werden in den Ausbildungshallen im Schnitt pro Jahr etwa 700 Baulehrlinge überbetrieblich geschult. Neben dem Baugeräteführer bilden die Berufe im Bereich Straßen- und Tiefbau die Ausbildungsschwerpunkte.
1972 eröffnet, übernahm das Zentrum in den Folgejahren in Württemberg eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Stufenausbildungsverordnung, die die Bauausbildung grundlegend reformierte und modernisierte. Heute genießt die Bildungsstätte bundesweit Anerkennung für ihre hervorragende Qualität in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Bildergalerie










