Wohnungsbau bleibt schwach – Keine Entlastung am Wohnungsmarkt
Bauwirtschaft: Baugenehmigungen sind keine Fertigstellungen
Angesichts der weiterhin schwachen Bautätigkeit erwartet die Bauwirtschaft Baden-Württemberg in absehbarer Zeit keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Die Umsätze im Wohnungsbau sind in der ersten Jahreshälfte 2026 um 1,4 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig legten die Auftragseingänge nur leicht um 1,4 Prozent zu. „Von einer Trendwende kann keine Rede sein. In den nächsten Monaten ist nicht mit einem nennenswerten Anziehen der Wohnungsbaukonjunktur zu rechnen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Thomas Möller
Auch die zuletzt gestiegenen Baugenehmigungszahlen geben nach Einschätzung des Verbandes noch keinen Anlass zur Entwarnung. „Die Genehmigungszahlen liegen weiterhin auf niedrigem Niveau. Und eine Baugenehmigung bedeutet noch keinen Baubeginn“, betont Möller. Derzeit würden zahlreiche Bauaufträge storniert. Zwischen Baufreigabe und Fertigstellung vergingen zudem häufig mehr als zwei Jahre.
Besonders kritisch ist die anhaltend geringe Zahl fertiggestellter Wohnungen. Laut Pestel-Institut müssten in Baden-Württemberg jährlich mehr als 60.000 neue Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken. 2025 wurden jedoch nur gut 30.000 Wohnungen fertiggestellt. Im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 waren es jährlich rund 38.300. „Wir bauen seit langem deutlich weniger Wohnungen, als gebraucht werden. Dadurch wächst das Defizit Jahr für Jahr weiter – und mit ihm der Druck auf den Wohnungsmarkt“, warnt Möller.
Aus Sicht des Bauverbandes muss die Landesregierung deshalb ihre wohnungsbaupolitischen Vorhaben zügig umsetzen. Dazu gehören die Initiative „Heimvorteil BW“ mit einer Erstattung der Grunderwerbsteuer für Familien und Ersterwerber selbstgenutzter Immobilien, zusätzliche Landesmittel für den sozialen Wohnungsbau sowie die rasche Einführung des angekündigten „Baden-Württemberg-Standards“, mit dem Baukosten und Standards reduziert werden sollen. Darüber hinaus fordert die Bauwirtschaft einen umfassenden Bürokratieabbau beim Bauen und deutlich schnellere Genehmigungsverfahren.
„Wir wiederholen uns: Die Politik muss jetzt entschlossen handeln. Nur wenn der Wohnungsbau wieder in Fahrt kommt, lässt sich verhindern, dass sich die Wohnungsnot weiter verschärft und daraus erhebliche soziale Verwerfungen entstehen“, so Möller.

Wohnungsbau bleibt schwach – Keine Entlastung am Wohnungsmarkt
Bauwirtschaft: Baugenehmigungen sind keine Fertigstellungen
