Baubilanz 2025: Trendwende noch nicht erreicht

Sorge im Wohnungs- und Öffentlichen Bau

Baubilanz 2025: Trendwende noch nicht erreicht

Sorge im Wohnungs- und Öffentlichen Bau

Stuttgart. Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg zieht eine durchwachsene Bilanz des Baujahres 2025. Aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge stiegen die Auftragseingänge im Südwesten nominal um moderate 7,3 Prozent. „Damit haben sich die baukonjunkturellen Perspektiven etwas aufgehellt, von einer Trendwende kann jedoch nicht die Rede sein“, erklärt Hauptgeschäftsführer Thomas Möller. Positiv entwickelte sich die Baunachfrage im Wirtschaftsbau, der unter anderem von Großaufträgen im Bereich der Schienen- und Energieinfrastruktur profitierte. 

Im Wohnungsbau zeigen sich dagegen nur zögerlich erste Erholungssignale. So legten die Auftragseingänge 2025 nominal um 7,7 Prozent zu, die Baugenehmigungen stiegen um 9,3 Prozent. Während sich der Einfamilienhausbau günstig entwickelte, fielen die Zuwächse bei den Baufreigaben für Mehrfamilienhäuser deutlich geringer aus. „Die steigenden Baugenehmigungszahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Wohnungsbautätigkeit nach wie vor auf niedrigem Niveau bewegt. Die Zahl der Baufertigstellungen dürfte 2025 noch unter dem schwachen Vorjahresergebnis liegen. Umso notwendiger ist ein energisches Gegensteuern der Politik. Ein weiterer Ausbau der sozialen Wohnraumförderung, eine Senkung der Grunderwerbsteuer, bessere Abschreibungsmöglichkeiten im Mietwohnungsbau sowie eine praxisnahe Umsetzung des geplanten Gebäudetyps E sind unerlässlich“, so Möller.

Sorge bereitet der Branche auch die rückläufige Entwicklung im Öffentlichen Bau. So musste die wichtige Sparte Straßenbau ein Auftragsminus von 1,9 Prozent verkraften. „Wir hoffen, dass die Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur 2026 ihre Wirkung entfalten und eine Trendwende im Bereich der Straßensanierung bewirken. Notwendig ist zudem eine bedarfsgerechte Erhöhung der Budgets für Neu- und Ausbaumaßnahmen“, fordert Möller. Auf lange Sicht, so der Hauptgeschäftsführer, führe kein Weg daran vorbei, im Straßenbau verstärkt auf das Prinzip der Nutzerfinanzierung zu setzen.

Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen 2025 insgesamt um 2,5 Prozent. Während der Wirtschaftsbau ein Plus von 2,9 Prozent verzeichnete, waren Wohnungsbau (-2,1 Prozent) und Straßenbau (-7,9 Prozent) rückläufig. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich leicht um 2,5 Prozent.

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