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Pressemeldungen

Zur Sicherung der laufenden Bauprojekte:

Auch Lieferanten und private Bauherren müssen sich an Kostensteigerungen bei Baumaterialien beteiligen

Stuttgart. Die Bauunternehmen im Land sind in der Zwickmühle: Einerseits erwarten private Häuslebauer, dass ihr Bauprojekt in den kommenden Wochen bzw. Monaten fristgerecht und vor allem zu den angebotenen Preisen fertig gestellt wird. Anderseits wissen die meisten Baufirmen einfach nicht mehr, wie sie die enorme Kostenlast, die ihnen ihre Baustoffhändler jeden Tag neu durch exorbitante Preissprünge aufbürden, überhaupt noch stemmen können ohne selbst in die Knie zu gehen. Zwar möchten die Betriebe gern ihren Kunden gegenüber vertragstreu bleiben - auch was die angebotenen Materialkosten angeht - sehen sich dazu aber kaum noch in der Lage, wie eine aktuelle Umfrage unter den Obermeistern im Land ergeben hat.

Der Ukrainekrieg hat von jetzt auf nachher auch hier sämtliche Regeln auf den Kopf gestellt. Die Preise für Baumaterialien ändern sich beinah täglich, manchmal sogar stündlich und sie kennen nur einen Weg, nämlich nach oben. „Unter diesen Umständen kann kaum noch ein Unternehmen seriös Angebote für seine Endkunden kalkulieren ohne Gefahr zu laufen, selbst in wenigen Wochen unter der Kostenlawine zusammenzubrechen“, warnt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. „Deshalb appellieren wir zu aller erst an die Verlässlichkeit der Lieferanten, dass auch sie vertragstreu bleiben und sich an ihre abgegebenen Angebote halten. Außerdem müssen wir gemeinsam neue Wege finden, wie diese Mehrkosten künftig gleichmäßig auf mehrere Schultern verteilt werden. Ansonsten sehen sich unsere Firmen unter diesen Umständen nicht mehr in der Lage, überhaupt noch weiterzubauen.“

Um den Baubetrieb weiter aufrecht zu erhalten und das Insolvenzrisiko zu minimieren, plädiert die Bauwirtschaft dafür, dass extreme Kostensteigerungen bei Baumaterialien zu gleichen Teilen von den Baustoffhändlern, den Bauunternehmen, aber auch von den Bauherren getragen werden. „Man kann Krisen nur gemeinsam lösen. Rette sich wer kann, darf nicht unser Denken bestimmen“, so Möller.

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